Orpheus - Oper unter der Brücke

 

Ein Stadtprojekt von musica europa

Die Oper Orpheus und Eurydike von Christoph Willibald Gluck, uraufgeführt 1762 in Wien, gilt als Schlüsselwerk der Operngeschichte. Sie erzählt die antike Sage von Orpheus, dem Sänger, der seine verstorbene Gattin Eurydike aus der Unterwelt zurückholen will.            

Zu Beginn trauert Orpheus verzweifelt am Grab seiner Frau. Der Gott Amor erscheint und erlaubt ihm, in die Unterwelt hinabzusteigen, um Eurydike zu befreien – unter der Bedingung, sie auf dem Rückweg nicht anzusehen. Mit seinem Gesang besänftigt Orpheus die Furien und gelangt in die Gefilde der Seligen, wo er Eurydike wiederfindet. Ihre Liebe wird einer schweren Prüfung unterzogen … Eine Oper als Hymne auf die Macht der Liebe und der Musik.

Das Marburger Musiktheater musica europa steht für ein Musikerlebnis, das sich an alle richtet. Die Idee dieses Projekts ist es, Christoph Willibald Glucks Oper Orpheus und Eurydike aus dem traditionellen Opernhaus herauszuholen und sie dorthin zu bringen, wo das Leben pulsiert: mitten in die Stadt, unter die Bahnhofsbrücke in Marburg. Dieses außergewöhnliche Setting und die musikalische Bearbeitung der Musik Glucks für  elektronische Begleitung steht symbolisch für Glucks Reformgedanken – Einfachheit, Direktheit und emotionale Wahrhaftigkeit.

Die Elisabethbrücke in Marburg, direkt am Bahnhofsvorplatz, ist ein Ort des Übergangs, des Ankommens und Aufbrechens – wie in der Oper selbst, in der Orpheus zwischen Leben und Tod, Hoffnung und Verzweiflung wandelt. Geräusche der Stadt verschmelzen mit dem Klang der Musik: Züge, Stimmen, Wind. Die Brücke wird zur urbanen Unterwelt.

Oper für alle
Der Eintritt ist frei, die Zuschauer*innen können kommen und gehen, verweilen, zuhören, neugierig werden. Bereits in den Tagen vor der Premiere werden offene Proben unter der Brücke stattfinden. Passant*innen können stehen bleiben, zuschauen, Fragen stellen, mit den Künstler*innen ins Gespräch kommen. So entsteht eine Kunstaktion, die die Stadt einbezieht und Oper als Gemeinschaftserlebnis begreift.
Glucks Musik wird in einer zeitgemäßen, aber respektvollen Fassung präsentiert – mit klassischem Operngesang untermalt von elektronischen Klangflächen. Gesungen wird auf Deutsch, um die emotionale Direktheit zu verstärken.
Die Aktion setzt ein Zeichen: Kultur gehört nicht nur in geschlossene Häuser, sondern mitten in die Gesellschaft.


Projektleitung, Regie Kerstin Weiß | Projektleitung, Sounddesign Martin Blankenhagen | Regieassistenz Lisa Parise

Orpheus: Lena Heun

u.A.


Performance 29. August 2026  20:30 Uhr

Öffentliche Proben 26. bis 28. August 2026

Freier Eintritt. Ohne Bestuhlung! Bitte ggf. Sitzgelegenheit mitbringen.